Stadt- und Spargelfest der Hansestadt Osterburg
10. bis 13. Mai 2018
 
 
 

Der Spargel

"Spargelprofessor" August Huchel gründete Hochzuchtgesellschaft

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Der Spargelanbau hatte einst eine große wirtschaftliche Bedeutung für Osterburg. Verbunden ist er mit dem Namen des europaweit anerkannten Spargelzüchters August Huchel (1889 - 1963), der 1929 die erste deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft gründete und dessen Nachlass das Museum verwaltet.

Zahlreiche Gaststätten verwöhnen nicht nur zum alljährlichen Spargelfest und der Spargelwoche innerhalb der Altmärkischen Bauernwochen mit altmärkischen Spezialitäten und vielseitigen Spargelgerichten.

Seit 1995 krönt Osterburg nun schon jährlich eine Spargelkönigin.

 

Aus der Geschichte der Osterburger Spargelzucht:

Begünstigt durch die Verarbeitungskapazitäten der einheimischen Konservenfabriken war der Feldgemüseanbau, insbesondere der Spargelanbau, schon vor dem Ersten Weltkrieg in Osterburg ausgedehnt worden. Später gingen die Spargelbauer dazu über, die Frischmärkte der umliegenden Ballungsräume zu beliefern, hilfreich war hierbei der günstige Eisenbahnanschluss nach Hamburg, Magdeburg, Halle und Leipzig. Obwohl aus Rentabilitätsgründen schon totgesagt, nahm der Osterburger Spargelanbau nach 1923 einen erneuten Aufschwung.

 

August Huchel schrieb dazu im Jahre 1929:

„Von allen Zweigen des Feldgemüseanbaus hat stets der Spargelanbau eine führende Stellung eingenommen. Und wer heute die Tore unserer Stadt verlässt, ganz gleich ob nach Norden, Süden oder Westen: Spargelfeld reiht sich an Spargelfeld. Nie werden jemals unsere heimatlichen Fluren wieder mehr noch schönere Spargelfelder tragen, als in den nächsten 20 bis 25 Jahren, in denen rund tausend Morgen voll im Ertrag stehen. Für diese Jahrzehnte, die der Chronist später einmal als die Blütezeit des Osterburger Spargelbaues bezeichnen wird, sind die Spargelfelder vor den Toren unserer Stadt unser Firmenschild. Osterburg – Spargelstadt.“

 

Lebenslauf August Huchel (1889 - 1963)

06.10.1889         geboren in Wieglitz, Landkreis Gardelegen

1911                     Abschluss der Ausbildung am Königlich-Preußischen Lehrerseminar Quedlinburg

1911/12              Wehrdienst

1911-1915          Lehrertätigkeit in Heiligenfelde bis zur Einberufung

1915-1918          Teilnahme am Ersten Weltkrieg, zuletzt als Jagdflieger (Leutnant)

1918                     Eheschließung mit Else Gagelmann aus Osterburg

1919                     freiwilliges Ausscheiden aus dem Lehrerberuf

1919-1921          landwirtschaftliche Tätigkeiten auf den Besitzungen seines Schwiegervaters

1921-1924          Landwirtschaftsstudium an der Universität Halle-Wittenberg

1924/25              Wechsel an die Universität Königsberg

1925/26              Tätigkeit an der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Berlin

1926-1928          Durchführung von Leistungsversuchen auf eigenen Spargelanlagen in Osterburg

12.08.1929         Gründung der „Deutschen Spargelhochzucht-Gesellschaft Osterburg/Altmark“

1931                     Publikation: „Wieviel Ertrag bringt eine Spargelpflanze?“

1339-1945          Teilnahme am Zweiten Weltkrieg, zuletzt als Stabsoffizier der Luftwaffe (Major)

1946                     Ermordung von Frau und Tochter

1947                     Konkurs der "Spargelhochzucht-Gesellschaft" infolge des Krieges

1948                     Neuanfang mit der „Deutschen Spargelhochzuchtstation“ in Osterburg

1949/50              Ehe mit Gertraude Michelmann aus Osterburg und Geburt der Tochter Gunhild

1953                     Flucht in die Bundesrepublik Deutschland

Gründung der „Deutschen Spargelhochzuchtstation“ in Walbeck/Niederrhein

1953-1963          Patentierung von „Huchels Leistungsauslese“ und „Huchels Staudenauslese“

Aufbau eines Ringes von Lizenzvermehrungsbetrieben

19.09.1963         Tod durch Autounfall

1963-1971          Fortführung des Werkes des „Spargelprofessors“ durch Gertraude Huchel

1999                     Übergabe des Nachlasses an das Osterburger Museum durch Gunhild Jain,

geb. Huchel

    Erarbeitung des Lebenslaufes: Frank Hoche, Museumsleiter

 

Das Spargel "ABC"